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Bio-Lebensmittel - ausführliche Informationen

 

Bio-Lebensmittel

Als Bio-Lebensmittel werden Lebensmittel aus der ökologischen Landwirtschaft bezeichnet. Der Begriff ist in der EU gesetzlich definiert. Diese Produkte müssen aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, dürfen nicht gentechnisch verändert sein und wurden ohne Einsatz konventioneller Pestizide, Kunstdünger oder Abwasserschlamm angebaut. Das Fleisch stammt von Tieren, die nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt wurden. Die Produkte sind nicht ionisierend bestrahlt und enthalten weniger Lebensmittelzusatzstoffe als konventionelle Lebensmittel.

Häufig werden auch die Begriffe Naturkost und Biokost als Synonyme für Produkte aus biologischem Anbau verwendet.


Bio-Siegel:

Die EU-Öko-Verordnung von 1991 definiert, wie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, die als Öko-Produkte gekennzeichnet sind, hergestellt und gekennzeichnet werden müssen. Um konventionell von ökologisch hergestellten Lebensmitteln zu unterscheiden, führte Deutschland 2001 das staatlich kontrollierte Bio-Siegel ein, mit dem nur nach der EG-Öko-Verordnung hergestellten Produkte gekennzeichnet werden dürfen.

Erhältlich sind Bio-Lebensmittel in Bioläden und Reformhäusern, teilweise aber auch im Lebensmittel-Einzelhandel und in Supermärkten. Es gibt in Deutschland eine Reihe von ökologischen Anbauverbänden, die einen höheren Qualitätsstandard garantieren, als es die EU-Öko-Verordnung vorschreibt.


Geschichte:

Die Naturkost-Ernährung hat Vorläufer in der Lebensreform-Bewegung, der Siedlung auf dem Monte Verita und anderen Gruppen, die um die Jahrhundertwende Ernährung und Bewusstsein miteinander verbanden. Sie hat ihre Basis in Ernährungslehren zur Vollwertkost und im Vegetarismus. Anfangs bestand Naturkost hauptsächlich aus frischem Gemüse. Die damaligen Verbraucher, die Interesse an Naturkost hatten, suchten Lebensmittel, die frei von Chemikalien, frisch oder nur minimal bearbeitet waren. Zunächst stammte nur ein Teil der Produkte in Naturkostläden tatsächlich aus biologischem Anteil. Sie waren vor allem wenig verarbeitet und vollwertig.[1]

Die moderne Naturkost-Bewegung erfuhr einen Aufschwung in der Hippie-Zeit der 1960er Jahre und wurde zuerst von Studenten aufgegriffen. Das Müsli gewann an Popularität. In den 1970er Jahren entstanden in Westdeutschland die ersten „Naturkostläden“ in Berlin, Hamburg und Münster. Ende der 1970er Jahre gab es bundesweit rund 100 dieser Läden.[1] Die Verbreitung der Naturkost nimmt seit Mitte der 1980er Jahre zu. Zu dieser Zeit gab es rund 2000 Produzenten von Bio-Lebensmitteln allein in Deutschland.[1] Es entwickelte sich in der Folge eine eigene Naturkost-Küche, für die Kochbücher erschienen. Alle etablierten Lebensmittel-Einzelhandelsketten haben mittlerweile Naturkost im Sortiment, oft unter einem eigenen Label. Mittlerweile gibt es auch regelrechte Bio-Supermärkte. Der Preis für diese Produkte ist höher als für konventionelle Produkte.


Arten von Biokost:

Milchprodukte, Gemüse und Obst sind die am häufigsten nachgefragten Biolebensmittel. Sie sind mit der ökologischer Landwirtschaft eng verbunden. Oft werden sie direkt beim Bauern, auf Märkten, an Ständen auf Bauernhöfen, in Naturkostfachgeschäften, Bio-Supermärkten und in besonderen Lebensmittelgeschäften gekauft.

Kennzeichnend für diese Lebensmittel ist, dass sie größtenteils ohne Chemikalien wie beispielsweise synthetische Dünger, Pestizide, Antibiotika und Hormone und ohne den einsatz vongentechnisch veränderten Organismen angebaut werden.

Bearbeitete Bio-Lebensmittel werden meist in Supermärkten, Naturkostfachgeschäftenund Bio-Supermärkten verkauft. Bearbeitete Bio-Lebensmittel enthalten meistens nur (oder zumindest ausdrücklich angegebene) Biozutaten und keine künstlichen Lebensmittelzusatzstoffe und wird weniger durch künstliche Methoden, Materialien oder Umstände wie beispielsweise künstlichen Reifungen oder Lebensmittelbestrahlung bearbeitet.


Konsumentenbefragungen:

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2003, bei der Käufer von Bioprodukten befragt wurden, wurden folgende Motive für den Kauf angegeben:

  • Weil Biolebensmittel ohne Chemikalien und Zusatzstoffe hergestellt sind (47 %)

  • Weil sie mich an frühere Zeiten erinnern, als es noch wirklich geschmackvolles Obst und Gemüse gab (30%)

  • Um damit Krankheiten vorzubeugen (29 %)

  • Weil Bio-Lebensmittel sehr viel besser schmecken (21 %)

  • Um damit unsere Erde für künftige Generationen zu erhalten (16 %)

  • Weil ich tierlieb bin (15 %)

  • Um Bio-Bauern zu unterstützen (14 %)


(Mehrfachnennungen möglich, die angegebene Prozentzahl zeigt die Personen, welche die Aussage mit "trifft ganz genau zu" bewerteten)

Weitere Ergebnisse der Studie: Die Käuferinnen und Käufer von Bio-Lebensmitteln sind eher gesundheits- und genussorientiert. Sie sehen ihren Kauf weniger als soziale Tat an. Dies ist ein entscheidender Wandel im Vergleich zu der Gründerzeit von Bioläden. Als viele Bioläden in den 1970er und 1980er Jahren öffneten, hatten sie ihre eigene, sehr enge Zielgruppe: Menschen, die oft gleichzeitig in Umweltbewegungen und sozialen Initiativen engagiert waren. Diese Kunden sind den Bioläden - und heute den Biosupermärkten - treu geblieben. Über 65 Prozent des Umsatzes mit Biolebensmitteln werden aber heute mit neuen Zielgruppen gemacht. Die größte Käufergruppe von Biolebensmittel nennt die Studie "Ganzheitlich Überzeugte": Diese Kunden möchten ein sinnerfülltes Leben, sie möchten schmecken, riechen, genießen und sich an schönen Dingen erfreuen können. Diese Käufer von Biolebensmitteln haben im Durchschnitt ein überdurchschnittliches Bildungsniveau, leben eher in großen Städten und kochen sehr gerne selbst - am liebsten mit frischen, hochwertigen Zutaten.

Junge Käufer von Biolebensmitteln (unter 30 Jahren) haben meist kleinere und mittlere Einkommen, haben eher einfache bis mittlere Schulabschlüsse, interessieren sich für neue Technologien und wollen etwas erleben. Sie greifen öfter zu Bio-Fertiggerichten als ältere Besucher. 60 Prozent der Bioladenkunden sind Frauen, 40 Prozent sind Männer. Von allen bisherigen Käufern von Biolebensmitteln möchten 68 Prozent etwas gleich viel Biolebensmittel kaufen wie bisher und 28 Prozent mehr Biolebensmittel kaufen. (Quelle: Studie "bio+pro" - Zielgruppen für den Bio-Lebensmittelmarkt unter 1.575 Käufern von Biolebensmitteln. Institut für sozial-ökologische Forschung GmbH, Frankfurt/Main im Auftrag der Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Oktober 2003)

Andere Untersuchungen, bei der nicht nur die Kunden von Naturkostläden befragt wurden, ergeben ein wesentlich differenziertes Bild, was die Beliebtheit von Biokost angeht. 2003 betrug der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln lediglich rund zwei Prozent vom Gesamtumsatz des Lebensmittelhandels. Dabei war der Umsatz seit 1999 kontinuierlich angestiegen. Nur sechs Prozent der deutschen Konsumenten kaufen regelmäßig Bio-Produkte, 60 Prozent bezeichnen sich jedoch als Gelegenheitskäufer.

Das häufigste Argument gegen Bio-Produkte ist der höhere Preis. 2001 fanden nur 13 Prozent der Befragten die höheren Preise für diese Produkte angemessen. Der Nitrofen-Skandal hat dem Image dieser Produkte erkennbar geschadet. Danach äußerten 51 Prozent der Befragten, dass Bio-Produkte ihren Preis nicht wert seien. Der Umsatz ist durch den Skandal allerdings nicht spürbar zurückgegangen.

Nach einigen Studien sinkt das Image von Naturkostläden seit den 1980er Jahren kontinuierlich, vor allem seit 1999. Über 75 Prozent der Befragten kaufen Bio-Produkte bevorzugt im Supermarkt. Allgemein wird dem Bio-Markt ein großes Wachstumspotenzial bescheinigt, allerdings vor allem im Bereich des konventionellen Lebensmittelhandels. (Quelle: Doris Hayn u.a., Ernährungswende. Trends und Entwicklungen von Ernährung im Alltag, 2005, siehe Weblinks)


Studien:


Gesundheit

Es gibt bislang keine wissenschaftliche Studie, die den Nachweis erbracht hat, dass Biokost sich tatsächlich signifikant positiv auf die Gesundheit auswirkt, dass sie also gesünder ist als konventionell erzeugte Produkte. Eine vom Verbraucherministerium in Auftrag gegebene Studie kam zu dem Ergebnis, dass ökologisch angebautes Gemüse keinen höheren Nährstoffgehalt hat als das konventionell angebaute. Dasselbe gilt nach dieser Studie für Kartoffeln, Obst und Schweinefleisch. Das Fazit: „Die bisher vorliegenden Erkenntnisse erlauben aus wissenschaftlicher Sicht nicht den Schluss, dass der ausschließliche oder überwiegende Verzehr von ökologisch erzeugten Lebensmitteln die Gesundheit des Menschen direkt fördern würde.“ (Quelle: Welt am Sonntag, Ausgabe 7. November 2004, siehe Weblinks)


Pestizidrückstände

Ein Studie von Greenpeace aus dem Jahr 2005, in der 658 Proben von konventionell hergestelltem Obst und Gemüse aus dem Einzel- und Großhandel in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz auf ihren Pestizidgehalt hin untersucht wurden, zeigt, dass biologisch angebautes Obst und Gemüse - wenn überhaupt - wesentlich weniger mit Pestiziden und Pestizidrückständen belastet ist als vergleichbare konventionelle Ware.[2]


Nährstoffgehalt

Die amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Virginia Worthington kam in einem Review von 41 veröffentlichten wissenschaftlichen Studien, die den Nährwert ökologisch und konventionell angebauten Gemüses, Obstes und Getreides verglichen, zu dem Schluss, dass ökologische Lebensmittel signifikant mehr Nährstoffe verschiedener Gruppen enthalten. Durchschnittlich enthielt Biorohware 27 % mehr Vitamin C, 21,1 % mehr Eisen, 29,3 % mehr Magnesium und 13,6 % mehr Phosphor. Zusätzlich enthielten die Bioprodukte 15,1 % weniger Nitrate als die konventionelle Vergleichgruppe.[3] Ein Einfluss auf die Gesundheit wurde dadurch nicht nachgewiesen.


Ertrag

Eine Studie fand heraus, dass ein 20% geringerer Ertrag von Bauernhöfen mit Naturkost herauskommt, wobei aber 50% weniger Dünger und 97% weniger Pestizide verwendet werden. Einige Kritiker argumentieren, dass Naturkost-Bauernhöfe geringere Erträge als konventionelle Bauernhöfe haben. Studien, die die jeweiligen Erträge miteinander verglichen, kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen; einige verlauteten, dass die Erträge niedriger seien, andere wiederum, dass die Erträge in etwa gleich seien. Unterstützer berufen sich darauf, dass ein natürlich belassener Boden eine höhere Qualität und eine höhere Wasserspeicherung besitzt. Dies könnte für Naturkost-Bauernhöfe dann Abhilfe schaffen, die Erträge zu erhöhen, wenn Dürre herrscht. Eine andere Studie untersuchte zwei Systeme mit Naturkost-Bauernhöfen und ein herkömmliches. Diese ergab, dass wenn in einem Jahr eine schwere Dürre während der Erntesaison herrscht, die Erträge an Bio-Sojabohnen und 52 und 96% höher sind als das herkömmliche System und die Erträge des Bio-Mais waren im einen System um 37% höher, aber im anderen um 62% niedriger.



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Verunreinigungen durch Bakterien und Viren [Bearbeiten]

Kritiker von Bio-Lebensmitteln verweisen darauf, dass Kotrückstände an Lebensmittel die Gesundheit gefährden können. Eine Untersuchung in den USA ergab, dass Öko-Produkte achtmal so häufig bakteriell verunreinigt waren als herkömmliche. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Freilandgeflügel häufiger mit Salmonellen und anderen Mikroben belastet sei. Auch bei Rohmilch und daraus hergestelltem Käse besteht die Gefahr einer Verunreinigung durch Bakterien oder Viren.[4]


Metabolitenprofil:

In einer im Jahre 2006 veröffentlichten Vergleichsstudie der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Detmold (BfEL) wurden die Metabolitenprofile von konventionell und ökologisch erzeugten Weizen untersucht. In beiden Proben wurden die relativen Mengen von 52 Metaboltien (darunter Aminosäuren, organische Säuren, Zucker-Alkohole, Zucker-Phosphate und Nukleotide) bestimmt. Das Ergebnis zeigte bei 44 der untersuchten Metaboliten keine signifikanten Unterschiede zwischen Weizen aus konventioneller und okölogischer Erzeugung. Die Autoren schlossen daraus, dass die Anbaumethode keinen oder nur einen sehr geringen Einfluss auf das Metabolitenprofil von Weizen hatte. (Quelle: Zörb C. et al, J. Agric. Food Chem. 2006, 54, 8301-8306) [5]


Siehe auch:

  • Bioladen, Reformhaus, Fairer Handel

  • Ökologische Landwirtschaft

  • Bundesverbände Naturkost Naturwaren

  • Ernährung

  • Lebensreform

  • Vollwerternährung

  • LOHAS


Literatur:

  • Andrea Flemmer: Essen ohne Risiko. Bio - Die Alternative Umschau Buchverlag, 2002, ISBN 3829571348

  • Barbara Simonsohn: Warum Bio? Gesunde Pflanzen, gesunder Mensch, Verlag Goldmann, 2002, ISBN 3442142245

  • Kai Kreuzer: Bio- Vermarktung. Vermarktungswege für Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung, Pala Verlag, 1996, ISBN 3895661201

  • Manuel Schneider: Mythen der Landwirtschaft. Fakten gegen Vorurteile, Irrtümer und Unwissen, Hrsg. Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL), 2000, ISBN 3934499279


Quellen:

  • a b c Ulrich Walter: Zukunft, die schmeckt

  • Studie von Greenpeace

  • Virginia Worthington: "Nutritional Quality of Organic Versus Conventional Fruits, Vegetables, and Grains", veröffentlicht in The Journal of Alternative and Complementary Medicine, Vol. 7, No. 2, 2001 (S. 161-173)

  • Welt am Sonntag: Ist Biokost wirklich besser? (2004)

  • Zörb C. et al,"Metabolite Profiling of Wheat Grains (Triticum aestivum L.) from Organic and Conventional Agriculture", J. Agric. Food Chem. 2006, 54, 8301-8306 (pdf)


Weblinks:

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21.04.2019, 11:14:24