Mitglied werden Kontakt Presse Impressum AGB's
f
 
     AIQUM :_Startseite
  + AIQUM :_portal
  + AIQUM :_my
  + AIQUM :_community
  + AIQUM :_wissen
  + AIQUM :_lexikon
jetzt Anmelden
Abnehmen
Benutzername:
Passwort:
Zugang vergessen?

Schönheitsideale und Essstörungen - ausführliche Informationen

 

Schönheitsideale und Essstörungen

Beides Themen, die bewegen und unmittelbar sich aufeinander auswirken...


Die spontane Antwort der meisten, die auf die 3 schönsten Dinge der Welt eine Antwort geben sollen, lautet: Liebe, Sex und Essen - nur wenn alle 3 im Einklang stehen, bezeichnet sich der Mensch als glücklich. Beim Essen habe der Mensch in den  Industrienationen allerdings den größten Handlungsspielraum, doch in Kombination mit den herrschenden Schönheitsidealen komme es exakt daher zu einem Konflikt.


Wechseln sich nämlich Fressattacken und Diäten über einen längeren Zeitraum ab, spricht man von Essstörungen. Alleine in Österreich leiden ca 200.000 Personen daran, MedizinerInnen definieren sie als seelische Krankheit.


“Über das Essen werden Gefühlskonflikte und psychische Spannungszustände körperlich ausgetragen”, erklärt Margit Hörndler, Psychologin bei “sowhat”, einem auf die Behandlung von Essstörungen spezialisierten Institut in Wien. “Vielen Betroffenen fehle dabei das Urvertrauen, das Gefühl grundsätzlicher Sicherheit, über Essstörungen versuchen sie sich zu beruhigen, Halt zu gewinnen”, ergänzt sie. Was dahinter liegt? Nicht ausgelebte Aggressionen, Minderwertigkeitskomplexe, Schuldgefühle.


Essstörungen und deren Symptome treten dabei in ganz unterschiedlichen Formen auf. Während bei der Magersucht die Angst vor der Gewichtszunahme vorherrscht und selbst Patienten und Patientinen mit starkem Untergewicht davor Angst verspüren, leiden Bulimie Erkrankte an regelmässigen Fressattacken, die sich mit Erbrechen bzw. Fasten abwechseln.


Die dritte Gruppe wären Esssüchtige, die mind. 2x in der Woche unkontrollierte Essanfälle aufweisen, nicht jedoch das Bedürfnis verspüren, die Nahrung wieder auszugleichen, bzw. loszuwerden, wie es bei Bulimiepatienten der Fall ist.


Ursachen für Essstörungen: 

“Bei Essstörungen ist immer eine Mischung aus vererbten, psychischen und psychosozialen Gründen verantwortlich”, so Prof.  Andreas Karwautz, am AKH Wien. Vor allem bei Magersucht sei der genetisch bedingte Anteil besonders hoch. Ein Grund kann in der Störung von Neurotransmittern liegen, die das Serotoninsystem und damit das Hungergefühl beeinflussen.


“Bestimmte Menschen sind aufgrund ihrer genetischen Veranlagung und Entwicklungsgeschichte besonders gefährdet, an einer Essstörung zu erkranken”, so Prof Karwautz weiter. Gefestigte Persönlichkeiten wären dagegen mehr immun gegen Essstörungen, da sie sich auch von soziokulturellen Faktoren, so dem Leistungsdruck, Schlankheitsideal oder Werbebotschaften allgemein viel weniger beeinflussen lassen.


“Aus dem Teufelskreis kommt man nur noch schwer heraus. Je früher eine Essstörung erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung”, so Karwautz. Der wichtigste Schritt bei der Behandlung ist es, die Essstörung als Krankheit zu akzeptieren und bei ihrer Behandlung auch das Umfeld der Patienten mit einzubeziehen.


“Wir bieten ein E-Mail-Service, das immer intensiver in Anspruch genommen wird”, berichtet Beate Wimmer-Puchinger, Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien, die seit 1998 mit Kampagnen an der Enttabuisierung dieses Themas arbeitet. Der aktuelle Trend: Die Mehrzahl der AnruferInnen verlagert sich von den 20- zu den 30-Jährigen.


Dass Handlungsbedarf besteht, steht ausser Frage, denn die gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen sind enorm:


Bei magersüchtigen Patientinnen verändert sich der Hormonhaushalt, die Menstruation bleibt aus, Osteoporose-Anzeichen können bereits mit 30 Jahren auftreten. Bulimie-Patienten wieder weisen ein hohes Risiko auf, an Herzrhythmusstörungen zu erkranken, aus dem Verlust von Elektrolyten resultieren Nierenschäden, auch Entzündungen in der Speiseröhre und Zahnschäden durch die ständigen Säureangriffe beim Erbrechen sind die Folge.


Esssüchtige leiden häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ II, Depressionen und Erkrankungen des Bewegungsapparats.


Auszug aus:

DER STANDARD, Print, 15.5.2006

: Index Themen Abnehmen Diät Ernährung Fitness Gesundheit Wellness Schönheit

 

 

 

 

Infos
 
 
Diese Seite bookmarken
 
 

 

 

14.10.2019, 18:57:53