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| AIQUM » Forum » TOP-Thema » Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
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Autor |
Datum |
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| Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
25.02.2006, 11:13:38 |
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Bei Schulanfängern wird der Zusammenhang zwischen kindlichem Übergewicht und dem sozioökonomischen Status der Familie ermittelt (Ausbildung, Beruf und Einkommen der Eltern, Wohnverhältnisse u. a.). Unzureichende Schulbildung der Eltern, insbesondere der Mutter, erweist sich als Hauptrisikofaktor. Übergewicht ist zur globalen Epidemie in Industrieländern geworden, auch bei Kindern. In Analogie zum Übergewicht des Erwachsenen wird der sozioökonomische Status (socioeconomic status, SES) der Familie als ein Risikofaktor diskutiert. Die Indikatoren sind jedoch nicht einheitlich definiert. Die meisten Studien begnügen sich mit dem Einkommen, ggf. der beruflichen Tätigkeit, und/oder der Schulbildung der Eltern. Die vorliegende Studie bezieht weitere Faktoren mit ein wie Familiengröße, Familienstand von Mutter/Vater, Wohnverhältnisse und Arbeitszeiten. Die Daten werden anlässlich der gesetzlichen Schuleingangsuntersuchung für das Schuljahr 2002/2003 in der Stadt Aachen erhoben, die Bevölkerungsstruktur gilt als repräsentativ für Deutschland. 2.020 Kinder (50,9% ♂, 49,1% ♀) im Alter von 5,8±0,4 Jahren nehmen an der Untersuchung teil, davon 97,9% der Eltern (= 1.979 Kinder) an der Befragung zum SES der Familie. Erfragt werden Schul- und ggf. Ausbildungszeiten in Jahren und die berufliche Tätigkeit (jeweils beide Elternteile), Anzahl der Haushaltsmitglieder, Wohnfläche (m2/Person), sowie Nationalität und Muttersprache (deutsch/nicht-deutsch: n = 1.649/317 u. 1.479/482), Körperlänge und KG beider Eltern. Die anthropometrischen Daten des Kindes werden im Rahmen der klinischen Untersuchung erfasst. Ein BMI ≥90% nach den Perzentilen für den Body Mass Index für das Kindes- und Jugendalter von Kromeyer-Hauschild, K. et al. [Monatsschr. Kinderheilk., 149 (2001), 807-818] gilt als Übergewicht. In 2 Untergruppen (übergewichtig vs. normalgewichtig = BMI ≥85. vs. 40.-60. Perzentile der Mittelwerte der Untersuchungen der Jahre 1998-2000) werden zusätzliche Daten erhoben: Familienstand (alleinerziehend ja/nein), höchste abgeschlossene Schul-/weiterführende Ausbildung, Zahl der Arbeitsstunden an Wochentagen/Wochenende, Netto-Haushaltseinkommen, Wohnbezirk. Zur Minimierung kultureller Variablen werden nur Kinder mit deutscher Muttersprache einbezogen. Gesamtzahl (übergewichtig/normalgewichtig) n = 277/350, davon nicht deutschsprachig n = 97/73, Teilnahme verweigert n = 34/56, Teilnahme n = 128/187. Der Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Faktoren der Familie und Übergewicht beim Kind wird für beide Teilstudien mit bivariaten Analysen und der unabhängige Beitrag jedes einzelnen sozioökonomischen Faktors über multiple logistische Regressionsanalysen ermittelt, adjustiert nach Geschlecht und elterlichem BMI. Bei der Fall-Kontroll-Studie wird eine stufenweise Regression durchgeführt zur Ermittlung des einflussreichsten unabhängigen Faktors. Zusätzlich werden die 3 wichtigsten Variablen nach einem Punktsystem bewertet. Je höher die Punktzahl, desto niedriger der SES: Schulbildung der Eltern nach deutschem Schulsystem 1-4 Punkte, Wohnfläche/Person 1-4 Punkte (>40 - <20 m2), alleinerziehend (nein/ja = 1/3 Punkte). In der Querschnittstudie korreliert Übergewicht beim Kind deutlich mit der elterlichen Schulbildung, etwas schwächer mit der Wohnsituation. Je geringer die Schulbildung und je kleiner die Wohnung (m2/Person), desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind übergewichtig ist. Nach Adjustierung aller anderen sozioökonomischen Faktoren und des BMI beider Elternteile bleibt die mütterliche Schulbildung als einzige unabhängig mit dem kindlichen Übergewicht assoziierte SES-Variable. Das Übergewichtsrisiko ist für Kinder von Müttern ohne Schulabschluss nahezu dreimal höher als für Kinder von Müttern mit Abitur oder vergleichbarem Abschluss. Die Korrelation ist noch deutlicher, wenn die Eltern übergewichtig sind (BMI >25 kg/m2). Kindliches Übergewicht und kumulierter SES-Index korrelieren direkt; die Rate steigt von 5,2% der Kinder aus Familien mit dem niedrigsten Index (4-<6 Punkte) auf 15,3% der Kinder aus Familien mit dem höchsten Index (10-15 Punkte), das Übergewichtsrisiko ist in der untersten SES-Quartile 3,3 x höher als in der höchsten. Ein Unterschied zwischen Jungen und Mädchen ist nicht erkennbar. Die Fall-Kontroll-Studie bestätigt die Ergebnisse der Querschnittstudie; auch hier erweist sich mangelnde Schulbildung der Mutter als wichtigster unabhängiger Risikofaktor für kindliches Übergewicht. Hinzu kommen Art und Ausmaß der mütterlichen Berufstätigkeit. Kinder nicht-berufstätiger Mütter sind etwas häufiger übergewichtig als die berufstätiger Mütter, Kinder von Selbständigen und Arbeiterinnen häufiger als Kinder von Angestellten. Letzteres gilt analog für Väter. Die anderen überprüften Parameter lassen sich nicht als unabhängigen Risikofaktoren verifizieren. Die Ergebnisse werden eingehend diskutiert, auch im Hinblick auf die veränderte Sozialstruktur in Deutschland (mehr Ein-Eltern-Familien, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe). Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und niedrigem SES ist unverändert, wobei das Hauptaugenmerk auf der Schulbildung der Eltern liegt. Die Autoren plädieren für gezielte Präventions- und Interventionsprogramme und bessere Schulbildung für sozial und ökonomisch benachteiligte Kinder, um so dem Übergewichtsrisiko in der nächsten Generation entgegenzuwirken. Lamerz1, A., J. Küpper-Nybelen2, C. Wehle1, N. Bruning1, G. Trost-Brinkhues3, H. Brenner2, J. Hebebrand4, B. Herpertz-Dahlmann1 (1. Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), Aachen, Deutschland; 2. Abteilung für Epidemiologie, Deutsches Zentrum für Alternsforschung an der Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, Deutschland; 3. Gesundheitsamt der Stadt, Aachen, Deutschland; 4. Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Philipps Universität, Marburg, Deutschland): Social class, parental education, and obesity prevalence in a study of six-year-old children in Germany. International Journal of Obesity, 29, (2005) pp. 373-380. IME 4-10141
URL: http://www.apa.at
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
25.02.2006, 14:05:10 |
sachs doch in deutsch: Dummheit frisst bzw lässt fressen |
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
AIQUM |
25.02.2006, 14:11:47 |
ein Zusammenhang scheint zu bestehen - und umgekehrt, leider! 
siehe:
abnehmen auf AIQUM |
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
26.02.2006, 08:33:22 |
Moin moin,
dazu möchte ich auch meinen Senf geben...
Ich habe letztens unsere Frau Kühnast (schreibt man die so?) in einem Interview gehört und sie sagte, dass die Eltern heutzutage es nicht mehr wissen, wie man Kinder gesund ernährt. Das mag für viele zutreffen, aber:
Viele Eltern leben aber auch in so schlechten finaziellen Verhältnissen,d ass es manchmal gar nicht anders geht. Ich nehm mich da mal als Beispiel: Ich bin alleinerziehend und lebe derzeit von Arbeitslosengeld, meine finaziellen Möglichkeiten sind nicht nur eingeschränkt, sie sind katastrophal. Ich muß mit 130 Euro in der Woche alles bestreiten:
Nahrung, Klamotten für uns alle, Schulsachen, Tanken, die 10 Euro beim Arzt, Medikamente, Geburtstagsgeschenke für andere Kinder, wenn meine Kids eingeladen sind, Anschaffungen, den Kieferorthopäden für meine Tochter, Nebenkostennachzahlungen, Rücklagen, GEZ ... alles eben. Da ich mich als intelligent bezeichne habe ich diverse Netzwerke und Strategien um damit auszukommen und kann halbwegs gesundes essen kaufen. Manchmal reicht es aber einfach nicht mehr. Wenn ich 5 Tage vorm 1. nur noch 10 Euro habe, dann kann ich nur noch Miraculi bei Lidl kaufen, Obst und Gemüse gibt es dann nicht mehr! Es ist nunmal leider so, dass man oft ungesunden Fertigkram billiger bekommt als gesundes Essen. Zum Markt, wo es wertvolles Gemüse und Obst gibt kann ich gar nicht gehen, das sprengt meine Haushaltskasse. Ich kann nur das Obst bei Lidl und Aldi kaufen oder Tee im Beutel. So geht es mit Allem.
Nun stelle ich mir vor man verfügt nicht über die Fähigkeit zu planen, zu organisieren und hat vielleicht noch einen Mann/Frau der/die das Geld woanders hinschleppt. Oder ist eben emotional so schwach oder einfach nicht intelligent genug das zu planen. Ich hab mal eine Weile bei der Tafel geholfen und dort den Frauen Computer beigebracht. Dort sind soviele sozial schwache familien und einfach Menschen, die keine Schulbildung genossen haben oder eben schlichtweg dumm sind (verzeiht den Ausdruck) Die Kinder sind bleich, die Eltern auch, gesundes Essen ist einfach kein Thema! Ich hab da viele schlimme Sachen erlebt.. Kinder bekommen nicht nur schlechtes Essen, sie werden angeschrien, gehauen, vernachlässigt, sie sind eben da und man macht sie mit irgendwas satt. Es wird geraucht in gegenwart der Kinder was das zeug hält ... ein Bewußtsein für soziales Verhalten ist einfach nicht vorhanden. Die meisten haben Schulden, sodass das Geld, welches sie vom Staat belkommen einfach nicht reichen kann. Und Mechansimen zu entwickeln das zu ändern, dazu fehlt einfach das Bewußtsein und der Wunsch.
Jedenfalls fand ich die Aussage unserer Gesundheitsministerin, dass Eltern dazu verpflichtet sind ihre Kinder gesund zu ernähren unglaublich arrogant. Solange in Deutschland Menschen unter der Armutsgrenze leben machen sie sich keine Gedankem um Obst und Gemüse, sie kämpfen ums nackte Überleben. Ich spreche da jetzt mal für die alleinerziehenden, die nicht die Möglichkeit haben ihren Status aus eigener Kraft zu verbessern. Das gehört jetzt nicht hierher, aber ich muß z.B GEZ bezahlen, weil ich Arbeitslosengeld beziehe. Ich hab mich arbeitssuchend gemeldet und bekomme daher kein Harz 4 mehr. Das Geld ist das gleiche geblieben, aber GEZ Befreiung bekommt man nur mit diesem Harz 4 Bescheid. Alle anderen können das nicht mehr bekommen.Obwohl ich genausowenig Geld habe muß ich das bezahlen. Das sind 50 Euro alle 3 Monate, für die ich kein gesundes Essen kaufen kann. Beispile dieser Art hab ich einige... ich kann mir daher gut vorstellen, dass viele Menschen in so einer Situation einfach aufgeben und eben andere Sorgen haben als gesundes Essen, z.B wie bezahle ich das dach über meinem Kopf, wie verhindere ich, dass der Gerichtsvollzieher permanent vor meiner Tür steht, weil ich meinen Strom nicht zahlen kann oder die GEZ..da gerät Essen ganz schnell in den Hintergrund, ob man nun intelligent ist oder nicht!
LG Jolinchen |
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
26.02.2006, 10:07:11 |
Hallo Jolinchen,
jetzt möchte ich Dich einmal ganz fest knuddeln für dieses Beitrag!! Du sprichtst mir ja derart aus der Seele, es ist leider so wahr.
Diese Arroganz der Leute die die Armut nie erlebt haben und meinen alles darüber zu wissen und dann noch belehren wollen, geht mir so oft auf den Senkel. Natürlich muß man nicht alles selbst erlebt haben um sich einfühlen zu können, aber dann soll man doch mit den Betroffenen reden, dann soll man die Betroffenen fragen was sie davon halten, wie sie leben etc. Da darf man natürlich keine Berührungsängste haben. Dabei wird man schon dahinterkommen worum es geht. Damit dass sie die Verantwortung den Eltern zuschustert, hat sie sich selbst davon befreit. Das mag greifen für Eltern die bisher gedankenlos bei dem Thema waren, die die finanziellen und sozialen Möglichkeiten haben was zu ändern. Die Änderung alleine ist schon so anstrengend, fordert so viel Energie, dass es brutal ist so etwas zu verlangen, wenn die Energie für den Überlebenskampf gebraucht wird.
Das einzige was helfen würde ist dafür zu sorgen, dass die Kinder die gleichen Chancen haben. Realisierbar wäre das zum Beispiel mit Schulspeisung, Ganztagsschulen mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten. Aber solange noch weiter das Geld verschleudert wird wie bisher, ist daran wohl nicht zu denken  Die Schulen sollten zu mehr Verantwortung gezogen werden. Hier, besser noch in den Kitas, sollte den Kindern schon das Wesentliche über gesundes Essen beigebracht werden.
Zwei Jahre habe ich mal in einem Schulprojekt gekocht. Es ging um Ganztagsbetreuung in der Schule. Ich hatte nur einen geringen Etat zur Verfügung und es war extrem schwer damit gesundes Essen zu bezahlen. Die zweite Schwierigkeit kam dann, die Kinder wollten Fertigsachen essen und kein Gemüse  Das ging nur mit ganz viel Geduld und es half am besten, die Kinder am Zubereiten zu beteiligen. Wenn dann im Rahmen der Ferienpass-Aktionen Tagesausflüge gemacht wurden, haben wir die Kinder ihre Picknicktaschen leeren lassen und haben besprochen was darin war. Selten belegte Brote. Schokoriegel und Dosen mit Limo waren die Regel. Eventuell noch Minisalamis und so etwas. Fast nie Obst und nie Wasser. Wir haben dann immer ein paar Literflaschen mit kalten Tee eingepackt und eine Notration an Broten. Sie gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Dabei haben wir versucht den Kindern klarzumachen, dass sie von einem Schokoriegel einfach nicht satt werden. Zum Glück hat das Wirkung gezeigt, die Stullen in den Taschen wurden mehr, einige Kinder haben sie selbst von den Eltern gefordet und einige Eltern waren empört weil wir sie angeblich daran hindern sollten den Kinder was Leckeres einzupacken. Na ja. Das Projekt ist leider gestrichen worden....kein Geld!
bis bald Renate
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
26.02.2006, 10:08:51 |
Hallo, also ich muß sagen,das ich Jolinchens Aussage nur unterschreiben kann.Bis vor kurzem waren wir in der selben Situation,da mein Mann Amerikaner ist und erst recht spät eine Ausbildung hier begonnen hat.Wenn ihr mich fragt sollten die Leute die das erzählen erst mal selbst in dieser Situation gewesen sein,und dann dürfen sie mitreden.
Ich war im Januar mit meinem Großen bei der Schuluntersuchung, und natütlich er ist angeblich zu dick.Obwohl noch niemand weder Kinderarzt noch Kindergarten diese Behauptung bestätigt haben.Die gehen strikt nach ihren Tabellen wie ein Kind gebaut ist spielt da keine Rolle. Das er schon von Geburt an immer an der Obergrenze lag mit seinen 5 Kilo spielt keine Rolle,naja und da frag ich mich doch was sagt das nun über mich aus??? ImGegensatz zu einer Dünnen Mutter bekam ich übrigens einen ganzen Stapel Ernährungsratgeber in die Hand gedrückt. Bei einer anderen Mutter die den Mund aufgemacht hat,wurden die 2 Kilo angebliches Übergewicht dann gar nicht erst eingetragen.Soviel dazu.
Sorry, aber es gibt so eins zwei Themen die sogar mich aus der Ruhe bringen. 
LG Hope |
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
26.02.2006, 12:15:23 |
Hallo Mädels,
ich glaube auch das solche Studien immer nicht so wahnsinnig gut zu gebrauchen sind, man kann vieles auch so drehen das es einem passt. Das Eltern mit mehr Einkommen ihre Kinder "besser" ernähren können ist wahrscheinlich unbestreitbar, wenn man sich mal die Preise anschaut. Ich finde es macht auch einiges aus, ob man auf dem Land oder in der Stadt lebt. Bei uns auf dem Land gibt es auch viele Menschen ohne oder mit unzureichender Aus- bildung, aber viele haben einen Garten oder kennen jemanden der einen hat (Oma, Freunde, Nachbarn) und da gibt es immer frische Sachen oder es wird eingemacht, eingefroren ect.. Diese Kinder werden mit Sicherheit genauso gesund ernährt. Wenn ich Jolinchens Bericht lese, bin ich ganz beschämt das ich nicht schauen muss, was ich wo einkaufe, aber ich wette mit euch ihre Kinder sind genauso gesund wie meine. War schon mal einer von euch auf so Schulveranstaltungen "Gesundes Essen für Kinder" ect? Die Ernährungsexperten die dort vorstellig sind haben oft auch keine Ahnung vom Leben mit mehreren Kindern und Müttern die arbeiten oder nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Das Frühstück und die Pausenbrote die man deren Meinung machen soll, da müsste ich ja locker mal eine Std. früher aufstehen, damit ich meine Volkornschnitten (in Herz oder Bärchenform) mit Gurken, Tomaten, Käse evt. ein bischen Putenbrust und oder lecker Gemüsespießchen zurechtmachen kann, mit dem Effekt das ich sie am nächste Tag wegschmeiße weil das meine dummen Kinder (vorallem meinen Jungs) eh nicht essen würden. Ich denke das ganze ist ein sehr komplexes Thema und kann nicht einfach so pauschal daher gesagt werde, was will man auch damit erreichen? Das nur noch Frauen mit Abitur Kinder bekommen dürfen weil die anderen zu dumm zum Einkaufen sind?
LG Marion
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
AIQUM |
26.02.2006, 13:42:31 |
Hallo Ihr Lieben,
denke das Thema ist sicher ein sehr komplexes. Ich glaube auch dass hier stark zu trennen ist zwischen a) sozial schwache Situation und b) Schulbildung bzw. Intelligenz.
Eine sozial benachteiligte Mutter wird bei einem Mindestmaß an Intelligenz/Schulbildung schon Sorge dafür tragen, dass das Kind eine gesunde Ernährung erfährt und in unseren Breitengraden ist es Gott sei Dank noch nicht so weit, dass man hier nicht notfalls auch clever improvisieren könnte - vorausgesetzt man besitzt die dafür nötige Intelligenz (Obst, Gemüse ist für jeden erschwinglich!)
Anders verhält es sich bei sozial schwachen Eltern, die gleichzeitig keine nennenswerte Schulbildung genossen haben und dabei intellektuell aus dem Rahmen fallen. Hier wird sicherlich naturgemäß die Priorität nicht auf gesunde Ernährung der Kinder gelegt, oft spielt dagegen beispielsweise Alkohol eine Rolle, die depremierenden Wohn- und Lebenszustände tun ihr Übriges und so wird das Fernsehen zum Highlight des Tages und Fastfood zum Mittel der Wahl. Wir erinnern uns vielleicht an die Bilder der Flutkatastrophe in den USA, als es die ärmsten der Armenviertel erwischt hat - auch da hat man nur Übergewichtige gesehen, während in den reichen Vierteln sicherlich ein vertretbares Verhältnis vorherrscht...
LG, Thomas |
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
26.02.2006, 13:45:29 |
Hallo moere,
genau das meinte ich: diese Pauschalisierung und die Arroganz der die sich keine Gedanken machen müssen. Wer gibt einer solchen Frau das Recht mir zu sagen, dass ich schuld bin, wenn ich es nicht schaffe meine Kinder supergesund zu ernähren.
Das gibt es wohl einige Aspekte zu bedenken, man spricht schließlich über Menschen, von denen die meisten wie ich meine ihr Bestes versuchen, eben in ihren Möglichkeiten!
LG Jolinchen |
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
26.02.2006, 15:19:29 |
Hi Ihr Lieben 
Ich habe weiter oben ein Klischee in den Raum geworfen, dass zugegeben vielleicht etwas arrogant rübergekommen ist, das sich aber leider immer wieder bewahrheitet und mir gerade einige Minuten vor der Lektüre von Silkes Posting in Persona über den Weg gelaufen ist. Niemand hier, die wir uns Gedanken über unserer Ernährung machen, sollte sich angesprochen fühlen!
Ich denke, Thomas hat es eben auf den Punkt gebracht. Wer sich wirklich Gedanken macht, findet auch im teuren Winter die Möglichkeit, sich mit Obst und Gemüse einzudecken. Gut ich gehe jetzt von mir aus, wenn ich Beispiele nenne und meine Ernährung hat vielleicht einen übermäßig hohen Stellenwert für mich. Ich möchte aber vorausschicken, auch ich bin finanziell alles andere, als auf Rosen gebettet:
Salat im Winter muss nicht heißen, teurer, geschmackloser Eisberg, man kann die zur Zeit wirklich günstigen Kohlsorten zu Rohkostsalaten verarbeiten (Chinakohl, Rotkohl…), wer sonst gerne Lauchzwiebeln verarbeitet, kann auf zur Zeit günstigen Porree zurückgreifen (in feine Ringe geschnitten – echt legger). Wer (weiße/rote…) Bohnen im Salat mag, muss nicht die teuren Dosen kaufen; getrocknete gibt’s pfundweise; gut, die Zubreitung dauert etwas und erfordert Vorausplanung, aber wenn man doch sowieso grad ne Bohnensuppe kochen wollte…. Warum nicht mal, ganz mediterran, etwas Orange im Salat; sind auch grad recht wohlfeil zu haben. Ein bissel Fantasie und vor allem loslösen von überkommenen Angewohnheiten kann Wunder wirken – auf dem Speiseplan, wie in der Geldbörse. 
Ich esse z.B. jeden Tag Obstsalat; ich bereite mir immer einen großen Suppenpott voll vor, der reicht dann fast die ganze Woche. Kostenpunkt 12€, wenn ich auf die günstigsten Saisonfrüchte zurückgreife auch deutlich weniger. Ist ein Kostenaufwand von 1- 2€ pro Tag wirklich unerschwinglich? 
Auch die Einkaufsquellen wollen beobachtet werden. Ich habe z.B. festgestellt, dass Supermärkte ein und derselben Kette durchaus unterschiedlich Angebote und vor allem sehr voneinander abweichende Qualitäten anbieten. Ich habe mir jede, aber auch wirklich jede mögliche Einkaufsquelle in der näheren Umgebung angesehen und suche sehr genau aus.
Das alles ist sicherlich eine sehr persönliche Sache; für mich als unverbesserliches Schleckermaul steht das Essen nun mal ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Dafür kann ich herzlich gerne verzichten auf Alkohol (obwohl man, wie jeder weiß, nirgends sonst 40% für sein Geld bekommt ), Zigaretten, Kosmetika (Nivea und Penaten reicht), modischen Schnickschnack (Provokation: ist was für Gänschen ), Dienstleistungen, die ich selber ausführen kann usw.
Dies nur als Erklärung zu meinem allzu knappen Kommentar. 
LG, Höpper
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
27.02.2006, 07:46:40 |
Hallo Höpper,
also ich hab dein Statement durchaus verstanden als das was es war. Schließlich liest man ja mehr hier von dir und ich denke damit kann man schon ein bisschen einordnen. Ich war gestern nur mal wieder so rasend über verschiedene Dinge und hatte dieses Interview vor Auge über das ich mich damals echt geärgert habe.
Ich setze meine Prioritäten ja uch so (Nivea und gut) und damit geht es eben.
Leider fehlt es eben vielen Menschen an dem Wunsch oder dem Verständnis für diese Dinge und ich wüßte auch nicht wie man sowas ändern sollte, weil diese Menschen ihr Geld weiter in Zigaretten und Alkohol and so on stecken, auch wenn man sie aufklärt und helfen will...
LG Jolinchen
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
13.03.2006, 13:10:08 |
Hallo an alle,
mal ein paar kurze Zeilen zu diesem Thema, dass doch schnell die Gemüter erhitzen kann.
Als erstes möchte ich vorausschicken, dass ich diese Studie sogar für sehr aussagekräftig halte und dies nur meinen Eindruck aus meiner Beratungspraxis der letzten Jahre wiederspiegelt! Ich verfolge dieses Thema schon seit einigen Jahren und dieser Artikel ist schließlich nicht mehr der jüngste bzw. die Untersuchung. Aber auch ich habe schon in meiner Beratungspraxis diesen Zusammenhang zwischen Soziokulturellen Parametern und dem Übergewicht von Kindern festgestellt.
Auch ich bin der Meinung, dass gesunde und ausgewogene Ernährung nichts mit einem dicken Geldbeutel zu tun haben! Die richtige Auswahl der verschiedenen Lebensmittel und auch das nötige Interesse an dem Thema Ernährung müssen vorhanden sein! Und da spielt dann schon ein gewisses Maß an Intelligenz und somit Schulbildung der Mutter/Vater oder der Eltern eine entscheidende Rolle.
Wenn ich einfach mal das Beispiel mit den Picknicktaschen aufgreife und mir zusammenrechne, was ist teurer: Ein paar gekaufte Riegel und Zuckerlimonade jeden Tag oder Früchtetee und ein belegtes Vollkornbrot? So meine ich, dass über die Woche gesehen, die gesündere Variante einen deutlichen Preisvorteil hat! Aber da kommt auch ein anderes Problem direkt mit auf den Tisch! Und das hat Moere007 angesprochen, dann müsste man 1 h früher aufstehen, um den Kleinen so etwas zuzubereiten und da ist eben auch der springende Punkt! Der zusätzliche Zeitaufwand für die gesündere Ernährungsweise schreckt viele Elternteile ab, da sie sich um viele weitere Dinge kümmern müssen, nicht nur um das Essen der Kinder! Denn eine gesündere Ernährungsweise ist nicht teurer, aber auf jeden Fall Zeit aufwendiger! Riegel und Limo aus dem Schrank in die Tasche = 30 sec, Brot abschneiden, schmieren, belegen, Tee kochen und abfüllen 10 bis 15 min!
Ich möchte auch einen anderen Punkt aufgreifen und zwar die Aussage, dass Eltern dazu verpflichtet sind, ihre Kinder gesund zu ernähren! Diese Aussage halte ich für angemessen und in keinster Weise Arrogant, obwohl ihr damit Recht habt, dass es nur die Verantwortung von dem Staat auf die Bevölkerung zurückschieben möchte. Allerdings finde ich diese Verpflichtung genau so wichtig, wie den Kindern eine abgeschlossene Ausbildung zu ermöglichen, Gesundheit zu gewährleisten etc. Das Problem hierin sehe ich nur, dass die Eltern selber die Initiative ergreifen müssen und sich weiterbilden oder Kenntnisse aneignen müssen und dies nicht, wie z.B. mit der Bildung, auf die Schule abwälzen können. Und es bringt aus meiner Erfahrung nichts oder nicht viel, wenn die Kinder in der Schule über eine gesunde Ernährungsweise aufgeklärt werden, denn die sind nicht die Entscheidungsgeber. Sicherlich ist es gut die Kinder über verschiedene Dinge aufzuklären, aber es sind die Eltern, die aufgeklärt werden müssen und dieses richtig vorleben und an ihre Kinder weitergeben müssen!
Marcus
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
11.02.2007, 15:53:01 |
Hallo zusammen
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
AIQUM |
11.02.2007, 16:03:48 |
| abnehmen auf AIQUM Hallo zusammen
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| Re:Unsere Schulbildung in Zusammenhang mit dem Übergewicht unserer Kinder |
ein Mitglied |
11.02.2007, 16:32:25 |
| Tja jetzt hats ihr wohl die Sprache verschlagen???? |
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