|
|
|
 |
|
 |
| |
| AIQUM » Forum » TOP-Thema » Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
| Thema |
Autor |
Datum |
|
| Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
11.06.2008, 09:00:22 |
|
|
Die Beziehung zwischen der Häufigkeit der Mahlzeiten und dem Body Mass Index bei farbigen und weißen weiblichen Adoleszenten: Mehr ist weniger Vor dem Hintergrund einer ständig wachsenden Übergewichtsprävalenz suchen Experten nach neuen Strategien für Präventionsprogramme bei Kindern und Jugendlichen. Möglicherweise ist die Mahlzeitenhäufigkeit ein Aspekt, der dabei berücksichtigt werden sollte. In einer amerikanischen Langzeitstudie mit mehr als 2000 weißen und farbigen Mädchen kann nachgewiesen werden, dass der Anteil der Mädchen mit >3 Mahlzeiten pro Tag im Untersuchungszeitraum von 10 Jahren signifikant abnimmt. Weiterhin besteht eine Assoziation zwischen Mahlzeitenfrequenz und BMI-Scores. Es ist hinlänglich bekannt, dass die Zahl übergewichtiger oder adipöser Menschen in den vergangenen 30 Jahren enorm gestiegen ist und immer weiter steigt. Mit Hilfe von Präventionsprogrammen für Schulkinder und Jugendliche soll diesem Übergewichtsproblem entgegen gewirkt werden. Bisherige Programme hatten allerdings unterschiedliche Erfolge. Aufgrund der wachsenden Bedeutung dieser Problematik versucht man weiterhin neue Präventionsstrategien bei Kindern zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund erscheint auch die Untersuchung einer Assoziation von Ernährungsmuster und Gewichtsveränderungen interessant. So konnte gezeigt werden, dass Erwachsene, die eine größere Zahl an Mahlzeiten pro Tag verzehrten, ein geringeres Adipositasrisiko hatten als solche mit einer geringen Mahlzeitenzahl. Die Ursachen für diesen Befund sind noch unklar. Erklärungsansätze sind ein durch die erhöhte Mahlzeitenfrequenz bedingte Steigerung der Thermogenese bzw. des Insulinstoffwechsels. Es gibt darüber hinaus Hinweise darauf, dass Jugendliche und Erwachsene, die häufiger essen, auch mehr Sport treiben und sich für gesündere Lebensmittel entscheiden. Erste Studien, die sich auf den Zusammenhang von Mahlzeitenfrequenz und Körpergewicht konzentrieren, haben bisher keine eindeutigen Befunde geliefert. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass <3 Mahlzeiten/Tag sowie ein unregelmäßiges Ernährungsmuster Übergewicht bei Kindern bzw. Jugendlichen begünstigen können. Ziel der vorliegenden Studie aus den USA ist es, zunächst die Mahlzeitenfrequenz von der Kindheit bis in die Adoleszenz hinein bei farbigen und weißen Mädchen zu verfolgen, um dann den langfristigen Einfluss des Ernährungsmusters auf den Body Mass Index (BMI) zu untersuchen. Die Studienteilnehmerinnen werden von The National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) Growth and Health Study Group (NGHS) im Rahmen der NHLBI Growth and Health Study an drei Studienorten in den USA rekrutiert (Am J Public Health, 82, pp. 1613-1620 (1992)). Es handelt sich um 1166 weiße und 1209 farbige Mädchen im Alter von 9-10 Jahren (Studienbeginn), die insgesamt über 10 Jahre an einer jährlichen Untersuchung teilnehmen sollen. Die Ernährungsmuster werden mit Hilfe von validierten 3-Tageprotokollen jeweils einmal in den Studienjahren 1-5, 7, 8 und 10 erfasst. Dabei leiten Ernährungsexperten die Mädchen mit altersangemessenem Material an, sämtliche Getränke und Lebensmittel (Hauptmahlzeiten, Zwischenmahlzeiten) sowie den Zeitpunkt des Verzehrs über drei aufeinander folgende Tage (2 Wochentage, 1 Wochenendtag) zu dokumentieren. In Einzelgesprächen wird jedes Protokoll mit dem jeweiligen Mädchen besprochen und ggfs. vervollständigt. Die Mädchen werden in jedem Studienjahr gemessen und gewogen, um den individuellen BMI bestimmen und alters- und geschlechtsspezifisch klassifizieren zu können. Ergänzend werden soziodemografische Daten (Ausbildung der Eltern, ethnische Herkunft) erhoben. Die Häufigkeit und Art der körperlichen Aktivität der Studienteilnehmerinnen in der Schule und Freizeit ermittelt man ebenfalls im Rahmen der persönlichen Gespräche in den Studienjahren 1,3, 5 und in Form von Selbstauskünften in den Studienjahren 7-10. Dabei wird The Habitual Activity Questionnaire (HAQ, adaptiert) verwendet. Die Mädchen geben ihre wöchentliche Aktivität während der Schulzeit und der Sommermonate an. Mit Hilfe der Daten errechnet man die metabolischen Äquivalentwerte, die die Mädchen pro Woche durch Körperaktivität aufwenden (HAQ-Score in MET-Zeiten/Woche). Außerdem werden die Teilnehmerinnen in jedem Studienjahr außer in den Jahren 2 und 4 nach ihrem TVKonsum (incl. Videofilme) befragt. Die statistische Auswertung der über die 10 Studienjahre gesammelten Daten führen zu folgenden Befunden: Zunächst fällt auf, dass sich der Anteil der Mädchen, die an allen 3 protokollierten Tagen mehr als 3 Mahlzeiten pro Tag essen, in der Zeit vom 3. bis zum 10. Studienjahr halbiert (15 vs. 6%). Gleichzeitig verdoppelt sich der Anteil der Mädchen, die an keinem der 3 Protokolltage täglich mehr als 3 Mahlzeiten verzehren von 26% auf 51%. Die Autoren können außerdem einen klaren Zusammenhang zwischen Mahlzeitenanzahl und den BMI-Scores (BMI-for-age z-scores) feststellen. Mädchen, die an mehr Tagen >3 Mahlzeiten verzehren, haben durchschnittlich einen geringeren BMI-Score als solche mit einer geringeren Anzahl an Tagen mit dieser Mahlzeitenfrequenz (p<0,0001). Jeder zusätzliche Tag mit >3 Mahlzeiten senkt den BMI-Score näherungsweise um –0,05. Diese Assoziation ist in den anfänglichen Studienjahren stärker ausgeprägt als zu den späteren Untersuchungsterminen. Beim Zusammenhang zwischen Übergewicht und Ernährungsmuster (Mahlzeitenhäufigkeit) zeigt sich für die Daten der gesamten Studiengruppe (farbige und weiße Mädchen) allerdings keine signifikante Korrelation. Betrachtet man jedoch die beiden ethnischen Gruppen getrennt voneinander, ergibt sich bei schwarzen Mädchen ein um das 1,23-Fache geringeres Übergewichtrisiko, wenn >3 Mahlzeiten am Tag verzehrt werden (p=0,02). Bei weißen Mädchen ist dieser Zusammenhang nicht nachweisbar. Diesen Ergebnissen zufolge existiert bei heranwachsenden Mädchen eine Assoziation zwischen der Mahlzeitenfrequenz und dem BMI-Score. Werden in der Regel mehr als 3 Mahlzeiten pro Tag verzehrt, ist der BMI-Score niedriger als bei regelmäßig geringerer Mahlzeitenfrequenz. Ein signifikanter Zusammenhang von Mahlzeitenhäufigkeit und Übergewichtsrisiko kann aber nur bei schwarzen Mädchen festgestellt werden. Nach Ansicht der Autoren sollte bei Ernährungsempfehlungen die Mahlzeitenhäufigkeit künftig stärker berücksichtigt werden, um einer Übergewichtsentwicklung entgegenzuwirken. Franko1, D.L., R.H. Striegel-Moore2, D. Thompson3, S.G. Affenito4, G.B. Schreiber5, S.R. Daniels6, PB Crawford7 (1.Department of Counseling & Applied Educational Psychology, Boston; 2. Department of Psychology, Wesleyan University, Middleton; 3. Maryland Medical Research Institute, Baltimore; 4. Department of Nutrition, St Joseph College, West Hartford; 5. Westat Inc. , Rockville; 6. Department of Pediatrics, School of Medicine, University of Colorado, Denver; 7. School of Public Health and Department of Nutritional Sciences and Toxicology; University of California, Berkeley; 1.-7. USA): The relationship between meal frequency and body mass index in black and white adolescent girls. International Journal of Obesity, 32 (2008) pp.23-29.
IME 8-10309 |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
AIQUM |
11.06.2008, 09:37:31 |
Danke für diese Studie, Dr.Marcus!
Hoffe, dass es etwas Verwirrung auflöst und der Gegenfront, die behauptet man müsse wenige Mahlzeiten am Tag essen, um Fettverbrennung zu ermöglichen Wind aus den Segeln nimmt! |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
11.06.2008, 10:10:50 |
| Ach wie wir diese Studien aus den USA lieben... |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
AIQUM |
11.06.2008, 10:21:37 |
| hmm, da fehlen mir jetzt grad etwas die Worte - manchmal wohl besser so, denn sonst würde man schnell verzweifeln! Nur soviel: unser Marcus ist Ernährungswissenschaftler und hat hierfür den Doktortitel. Es ist davon auszugehen, dass er Studien bewerten kann und tut, bevor er diese hier auf AIQUM veröffentlicht! |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
11.06.2008, 12:27:57 |
Auch von mir ein DANKE an Marcus! Ich find's gut, dass man hier quasi als kleinen Nebeneffekt auch solche Neuheiten erfährt! Ausserdem ist das Ergebnis dieser Studie für mich wie Öl ins Feuer, weil es so eine Erleichterung ist, nicht mehr unbedingt drei große Mahlzeiten nehmen zu müssen.
Ich bin z. B. kein guter Frühstücker und schnibbel mir deshalb morgens schon meine "5 am Tag", die ich dann über den ganzen Vormittag so langsam wegknabber. Da würde man bei anderen Diäten ja standrechtlich erschossen für 
Also vielen Dank!
LG |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
11.06.2008, 15:01:18 |
Lieber Thomas, jetzt sei doch nicht eingeschnappt. Du hast selber schon angedeutet, das amerikanische Studien nicht immer i.O. sind.
Natürlich ist Marcus unsere beste Fachkraft auf dem Ernährungsgebiet!
Gruß Berry |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
13.06.2008, 09:25:20 |
Wow, das würde dann aber wieder die Meinung in den Wind schießen, dass man zwischen den Mahlzeiten ca. 5 Stunden einhalten muss. Als ich vor einigen Jahren bei der Ernährungsberatung war (BCM oder wie es hieß ) da war es die Devise: drei Mahlzeiten und dazwischen 5 Stunden nichts essen. Ich muss sagen, dass mir mehr als drei Mahlzeiten besser gefallen. Ich esse oft bis zu 5 Mahlzeiten am Tag, davon sind zwei nur so kleine Mahlzeiten wie ein paar Möhren, Kohlrabi, Banane oder Joghurt. So entwickle ich nicht einen großen Hunger.
Danke für die Studie  |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
13.06.2008, 09:35:37 |
Also ich mache es schon lange so. Ich esse mindestens fünf Mahlzeiten (wenn nicht sogar mehr). Erstens fange ich nach spätestens drei Stunden ohne Essen sowieso an zu zittern und falle evtl. sogar um und ausserdem kann ich so viele kleine Mahlzeiten zu mir nehmen und bin nicht so vollgefuttert...
Danke für die Studie!
Isabella, BCM ist aber doch auch irgend eine bestimmte Diät, oder?! Also warst Du bei keiner "normalen" Ernährungsberaterin, sondern bei einer BCM-Beraterin und die erzählt Dir natürlich das, was für BCM richtig ist...
Ich war nämlich auch jahrelang bei einer Ernährungsberaterin (aber einer "richtigen") und die hat mir von 5-StundenPausen nichts erzählt. Aber wie auch immer: die Meisten sind ja doch glücklicher mit mehreren Mahlzeiten am Tag. 
Lieben Gruß
Sylvia |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
13.06.2008, 11:53:04 |
Das seltsame ist das diese Ernährungsberaterin in der EuroMed Pyramide (Klinik) hier in Nürnberg sitzt. Dort kann mann sich jede Woche messen lassen. Die hat auch mit mir geschimpft wenn ich zu wenig Kohlenhydrate und zuviel Eiweiß gegessen habe. Nachdem es in der Klinik war, habe ich das natürlich damals geglaubt was mir gesagt wurde. Ich weiß nicht mehr ob es BMC oder BCM oder so ähnlich hieß. Man musste in der Früh und am Abend so ecklige Drinks zu sich nehmen (Pulver verrührt in Joghurt oder Milch) und Mittags durfte man dann normal essen. Ich habe mich nur gequelt und vorallem auch gehungert. Und man musste eben diese Ruhepausen einhalten damit der Magen wieder zu ruhe kommt bevor Nachschub kommt. Bin ich froh das ich das nur drei Monate gemacht habe. Haufen Geld ausgegeben und danach in einem Monat wieder alles zugenommen was ich abgenommen hatte. |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
13.06.2008, 12:32:38 |
Ja, das heisst BCM, und es ist in der Tat ekelig! Hab ja viel Erfahrung mit unsinnigen Shakes, aber diese schmeckten mit Abstand am widerlichsten.
Ich hab damit mal gut abgenommen, fast 20 kg, und fast 30 wieder zu, und ich hab das bei einem Ärzteehepaar gemacht, von denen einer eine Zusatzausbildung als Ernährungsmediziner hatte. Da kann man sich doch wirklich nicht mehr vorwerfen, man würde jeden Sch... glauben, oder? Bei jemandem, der fünf Kilo abnehmen will, mag das ja noch funktionieren, aber jemand, der richtig dick ist, der muss ja nicht lernen zu hungern, sondern zu essen. Hungern können wir ja alle ganz gut, nicht wahr?
Naja, abhaken unter Fehlversuch, und wenn ich nicht so oft gescheitert wäre, dann wär ich auch nicht hier gelandet. Gehört zu meiner Entwicklung halt irgendwie dazu, dass auch Dinge dabei waren, die ich heute nicht mehr machen würde.
LG |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
07.06.2009, 19:39:24 |
Juhu,
also ich bin immer froh von den Experten hier zu lesen. Denn ich esse auch manchmal 6x am Tag, mit drei Mahlzeiten würde ich sicher zwischenzeitlich einfach als Skelett gehen.. *giggel*
Nein ernsthaft, wenn man mal wieder gelernt hat auf seinen Bauch zu hören, dass isses doch egal wieviel Mahlzeiten und Zeitraum man dazwischen hat, solange die Bilanz stimmt odä?
So mache ich es nämlich und so scheint es bei mir nun ordentlich zu klappen. Nichts muss, aber alles kann 
LG Gabi |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
07.06.2009, 19:49:54 |
hey Gabi,
mir geht das genau so. Ich esse jetzt zum Beispiel meine fünfte Mahlzeit und habe noch Sachen für die sechste Mahlzeit bereit liegen, die ich noch später am Abend unbeschwert genießen kann.
Für mich was das auch wie ein Befreiungsschlag, seitdem fühle ich mich auch sonst ausgeglichener und ruhiger, weil nicht dauernd auf die nächste Mahlzeit warten muß.
lg Renate |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
07.06.2009, 19:57:24 |
ich hab ir hier das so durchgelesen,klingt alles einleuchtend
aber was mach ich wenn man immer essen kann,wie kann man das eindämmen,es heißtdoch immer der körper meldet sich wann er was willßoderß meiner will ständig was ..und das will und muss ich abstellen |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
07.06.2009, 20:25:43 |
Der Körper verbraucht ja auch eine bestimmte Menge an Kalorien für die Verdauung - da sind 5 Mahlzeiten am Tag doch besser als drei 
Aber mal im Ernst - wenn die Pausen dazwischen zu lang ewrden, dann bekomm ich grummel-laune  |
|
| Re:Mahlzeitenhäufigkeit und BMI: Eine Studie aus den USA |
ein Mitglied |
21.06.2009, 22:00:06 |
| Ich bevorzuge auch 5 Mahlzeiten täglich. Wenn die Pausen zwischen den Mahlzeiten zu lange sind, dann habe ich unendlichen Hunger und esse am Anfang ziemlich schnell und somit zu viel. Obwohl meine Mutter hat immer 3 Mahlzeiten zu sich genommen und hatte nie Gewichtsprobleme. Allerdings hat sie bei 1-2 kg mehr auch SOFORT gegengesteuert. |
|
Blättern: [1] - 2 - Weiter - Ende
|
|
|
|
 |
|
 |
| |
|
|
|
|