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AIQUM » Forum » TOP-Thema » Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome
Thema Autor Datum
Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome AIQUM 04.08.2008, 20:50:20
Essstörungen gehen mit einem gestörten Körperbild, einem Mangel an
Selbstkontrolle und -bewusstsein und depressiven Symptomen einher. Eine
Analyse der gegenwärtig verfügbaren Fachliteratur zeigt, dass sich der
autoritative Erziehungsstil, bei dem Akzeptanz und Regulation der Kinder
gleichermaßen gewährleistet sind, positiv auf eine gesunde psychische
Entwicklung auswirkt.

Im Rahmen wachsender Zahlen von Menschen mit Übergewicht und Essstörungen
fordern Experten Untersuchungen zur Rolle der Eltern und deren Erziehungsstil. Man
weiß heute, dass Eltern generell eine wichtige Funktion bei der Entwicklung von
Kindern übernehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern bereits zahlreiche
Hinweise auf die Bedeutung des Erziehungsstils hinsichtlich der Gesundheit und
sozialen Kompetenz von Kindern und Jugendlichen. Dies hat vermutlich auch
Auswirkungen auf die Entwicklung von Essstörungen. Im folgenden Übersichtsartikel
analysieren die Autoren die derzeit vorliegenden Studien zum Zusammenhang
zwischen Essstörungen bzw. Essverhalten und elterlichem Erziehungsstil.
Essstörungen: Nach Angaben des National Institutes of Mental Health (USA) leiden
etwa 0,5-3,7% der Frauen an einer Anorexia nervosa und weitere 1,1-4,2% an einer
Bulimie.

Während bei einer Anorexie generell eine Gewichtszunahme gefürchtet und
daher die Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt wird, wechseln sich bei Bulimie-
Kranken Episoden übermäßigen Essens mit solchen ab, bei denen die
Energieaufnahme etwa durch herbeigeführtes Erbrechen oder Abführmittel bzw.
übermäßige Körperaktivität gesenkt wird. Beiden Essstörungen liegt eine
Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbild zugrunde. Begleitet werden die
Krankheitsbilder häufig von mangelndem Selbstbewusstsein, Ängsten, mangelnder
Selbstkontrolle, Depressionen und Problemen bei der emotionalen Entwicklung. Auch
äußere Einflüsse fördern den Wunsch nach einem geringen Körpergewicht. Hierzu
gehören die durch die Massenmedien vermittelten Schönheitsideale, die dazu noch
häufig in Verbindung mit Werbung für bestimmte Diätprodukte vermittelt werden.
Darüber hinaus beeinflussen soziokulturelle Faktoren das Körperbild. In westlichen
Industrienationen beispielsweise wächst die Bedeutung von Selbstbestimmung und
Individualität. Das Essverhalten wird allerdings immer noch überwiegend vom
familiären Umfeld geprägt. Dies gilt besonders für die frühe Kindheit, in der die
Ernährung der Kinder meist ausschließlich von den Eltern bestimmt wird. In den
vergangenen Jahren haben sich die Ernährungsgewohnheiten in westlichen Nationen
aufgrund der Berufstätigkeit beider Eltern zum Teil sehr geändert. Viele Kinder und
Jugendliche sind inzwischen darauf angewiesen, selbst für ihre Mahlzeiten zu sorgen.
Das beinhaltet Lebensmitteleinkäufe und die Zubereitung der Mahlzeiten. Diese
Entwicklung kann zu einer ungesunden Ernährungsweise mit einem hohen Anteil von
Fertigprodukten und dem Ausfall von Mahlzeiten führen. Auf der anderen Seite kann
aber auch eine zu starke Kontrolle der Eltern hinsichtlich der Ernährung das
Ernährungsverhalten negativ zu beeinflussen. Solche stark kontrollierten Kinder neigen
dazu, sich dieser Kontrolle zu entziehen und sich bewusst für „verbotene“ Lebensmittel
zu entscheiden.

Erziehungsstil: Nach Maccoby und Martin (1983) reflektiert der Erziehungsstil
einerseits die elterliche Akzeptanz (Responsivität) und die damit verbundene
Förderung der Individualität, Selbstkontrolle und des Durchsetzungsvermögens.

Auf der anderen Seite reflektiert er aber auch die elterlichen Anforderungen an das Kind.
Sie beinhalten klare Standards, Regeln und Erwartungen in der Familie. Im Zentrum
jeder Erziehung stehen das Lehren und Kontrollieren der Kinder. Unterschieden
werden im Baumrind-Modell ein nachsichtiger also permissiver, ein autoritativer und
ein autoritärer Stil. Später wurde ein vernachlässigender Stil ergänzt. Zur Validierung
des Erziehungsstils wurden verschiedene Fragebögen entwickelt. Beim permissiven
Stil liegt das Gewicht auf der Nachgiebigkeit und der Akzeptanz, die Anforderungen
und Kontrollen spielen eine untergeordnete Rolle. Der autoritäre Stil ist hingegen von
Strenge und Kontrolle geprägt, während die Akzeptanz eine untergeordnete Bedeutung
hat. Der autoritative Stil ist ausgewogen. Es existieren zwar klare Regeln und
Kontrollen, gleichzeitig finden die Kinder Akzeptanz und Raum für Selbstbestimmung.
Vernachlässigende Eltern haben weder ein hohes Maß an Akzeptanz noch an
Kontrolle bzw. Anforderungen.

Der Erziehungsstil der Eltern prägt u.a. soziale Kompetenzen, Wohlbefinden, Selbstkontrolle und Selbstwertgefühle der Kinder. Die größten Vorteile bietet der autoritative Stil. Kinder, die mit diesem Stil erzogen werden, zeigen die Fähigkeit, sich zu integrieren und gleichzeitig ihre Individualität auszubilden.
Erziehungsstil und Essverhalten/Ernährung/Essstörungen: Es konnte gezeigt werden,
dass die Ernährung in Familien mit autoritativem Erziehungsstil häufig gesünder ist und
die Kinder weniger zu Übergewicht neigen. Ähnlich ist es in Familien mit permissiver
Erziehung, allerdings weniger ausgeprägt. Schlechter schneiden Familien mit
autoritärem (mehr Übergewicht, weniger Obst) oder vernachlässigendem Stil (weniger
Obst) ab. Negativ auf das Körpergewicht von Kindern wirken sich ebenso eine zu
starke Einschränkung der Nahrungswahl als auch eine zu nachlässige Kontrolle der
Ernährung aus. Hinsichtlich der Körpergewichtsentwicklung ist eine autoritative
Erziehung vorteilhaft, die einerseits maßvoll kontrolliert, aber gleichzeitig eine
Kompetenzentwicklung der Kinder hinsichtlich der Ernährung ermöglicht. Dies wurde
auch durchgängig für verschiedene ethnische Gruppen bestätigt. Grundsätzlich zeigen
Studien zu dieser Thematik, dass für einen autoritativen Erziehungsstil eine gewisse
akademische Kompetenz der Eltern erforderlich ist. Patienten mit Essstörungen zeigen
Probleme bei der Interaktion mit dem eigenen Körper sowie bei der mit anderen
Menschen. Sie verfügen über keine ausreichende Selbstkontrolle und leiden unter
Depressionen. Inwiefern hier der Erziehungsstil eine Rolle spielt, wurde bislang nicht
untersucht.

Aus Studien, in denen die Selbstkontrolle anhand des Alkoholgenusses
analysiert wurde, ist bekannt, dass eine autoritativ agierende Mutter zu einer besseren
Selbstkontrolle bei Töchtern führt. Söhne permissiver Väter bzw. Töchter permissiver
Mütter haben hingegen eine weniger ausgeprägte Selbstkontrolle. Inwiefern dies
Rückschlüsse auf Essstörungen zulässt, ist unklar. Bekannt ist, dass Jugendliche mit
einer autoritativ geprägten Erziehung unabhängig von ihrem ethnischen und
sozioökonomischen Hintergrund weniger Depressionen haben als Jugendliche mit
einem anderen Erziehungshintergrund.

Empfehlungen für die Praxis: Eine autoritative Erziehung fördert im Vergleich zu
anderen Erziehungsstilen, unabhängig von der ethnischen Herkunft der Familie und
sozioökonomischen Faktoren, eine positive Entwicklung der psychischen Gesundheit,
sowie von Selbstkontrolle, Autonomie und gesundem Ernährungs-/Essverhalten. Die
Erkenntnis, dass eine positive Bindung, Regulation und Autonomie wichtige Säulen der
Erziehung sind, sollte bei Präventions- bzw. Interventionsprogrammen berücksichtigt
und ein autoritativer Erziehungsstil gefördert und unterstützt werden.
Enten1, R.S., M. Golan1,2 (1. Shahaf Community Services for Eating Disorders, Kibbutz Naan and Tel Aviv School of
Nutritional Sciences, Tel Aviv; 2. The Hebrew University of Jerusalem, Nutrition Sciences Department, Tel Hai
Academic College, Moshav Ganey Hadar; 1.-2. Israel): Parenting styles and weight-related symptoms and behaviours
with recommendations for practice. Nutrition Reviews, 66 (2007) pp.65-75.

IME 8-10307

URL:  http://www.forum-ernaehrung.at/downloads/IME-Wiss-Infodienst-Mai2008.pdf
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 10:12:32
Interessant. Ich hab mich schon oft gefragt, wie ich dazu beitragen kann, dass meine Kinder nicht den gleichen Weg der Diätkarriere gehen wie ich. Danke für die Info!

Gruß
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome AIQUM 05.08.2008, 10:34:40
Gern geschehen, ich weiss dass hier viele Mütter sind und sich um ihre Kinder sorgen...

LG,
Thomas 
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 12:20:41
Ja das ist richtig, meine Tochter hat mir mal gesagt, dass sie nie so dick sein möchte wie ich.. da war sie denke ich 7 oder so.

Mit 13 hatte sie dann ne Phase wo sie mit sich und der Welt nicht klar kam und abnahm bis auf 41kg. Erst eine Psychologe konnte sie wieder aufrichten, sie hatte von sich ein völlig falsches Selbstbild und wurde gehänselt weil sie 46kg gewogen hat, bei einer Körpergröße von 1.55m.
Nun wiegt sie immerhin wieder 45kg und selbst das is zu wenig- in meinen Augen. Aber sie hat gelernt wieder vernünftig zu essen, und das regelmässig.
Aber ich beoabchte das natürlich mit Argusaugen, damit ich gleich handeln kann wenn es wieder so präsant wird!!!

Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 13:34:50
@ Gabi
Ich wünsche Dir alles Gute, bei der Unterstützung Deiner Tochter.

Auch unsere Tochter ist seit nunmehr 13 Jahren Magersüchtig (es fing damals mit 17 Jahren bei ihr an) und es kamen nach einigen Jahren noch Bulimie-Attacken hinzu. In ihrer schlimmsten Phase wog sie 36 kg bei 1,72 m. Es war sehr hart für alle in unserer Familie. Sie hat etliche Klinikaufenthalte hinter sich und ´zig Psychologen "verschlissen". Meine Frau und ich haben uns immer wieder gefragt, wo wir wohl "versagt" hätten. Aber durch Gespräche mit Psychologen und unserer Tochter können wir mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass es nicht an unserer Lebensführung (ich hasse das Wort Erziehung) gelegen hat. Wir haben auch noch 3 Söhne ohne Schwierigkeiten groß bekommen (sie sind heute 22, 28 und 31 Jahre alt).
An unseren Kindern können wir immer wieder sehr gut sehen, wie unterschiedlich sich jeder in seinem Charakter entwickelt hat, obwohl doch alle mehr oder weniger gleich in ihrer kindlichen Entwicklung von uns geleitet wurden.
Meiner Meinung nach, wird immer viel zu viel auf "er hatte ja eine schlechte Kindheit" hingewiesen, wenn man ratlos einer Person begegnet, bei der man einfach nicht weiß (auch Psychologen nicht mehr), warum diese Person sich so verhält oder verhalten hat.
Ich ziehe mir jedenfalls nicht mehr den Stiefel an, mich für alle negativen (und meist sind es ja nur diese für die "Eltern" herhalten müssen) Verhalten meiner Kinder verantwortlich zu zeigen.

LG
Papirus
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 13:39:46
Hallo Papirus,

deine Worte tun mir echt gut.
Nein wir machen nichts falsch und wir sind nicht für alles verantwortlich. Ich bin heut noch dankbar dass wir es rechtzeitig bemerkt haben bevor es sich jahrelang manifestieren konnte.
Heute ist sie recht stabil, sitzt sich nicht mehr und verletzt sich auch nicht mehr.
Ihre Schulleistungen sind wieder toll, und ich hoffe das Mäderl bekommt nun die Kurve...

LG und danke,
Gabi
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 14:01:05
Zitat:
und ich hoffe das Mäderl bekommt nun die Kurve...


. . . das wünsche ich Euch von ganzen Herzen. Es gibt wirklich nichts zermürbenderes, als hilflos zusehen zu müssen, wie sich sein eigenes Kind dermaßen selbst aufgibt und zerstört und alle Personen um sich herum mit in sein Schiksal hineinzieht.

LG
Papirus
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 14:19:09
Hallo, und danke für den Bericht.

Ich bin ja von Beruf Suchtberaterin und kümmere mich therapeutisch auch um solche Fälle, obwohl es nicht so oft ist (Habe mehr Alkohol- und Drogensuchtige). Ich habe vieles richtiges im Bericht gelesen, aber mit einem Punkt bin ich nicht einverstanden, und das ist wenn man von Kontrolle oder Mangel an Selbstkontrolle redet. Denn das ist es doch eben was die junge anorexische Mädchen haben. Sie wollen doch eben beweisen dass sie die Kontrolle über ihr Körper haben, und deswegen tun können wie sie wollen. Und sie behalten eben die Kontrolle, manchmal bis sie sterben.
Was sie lernen müssen ist das Loslassen, nicht immer Kontrolle über ihr Körper ausüben.

Ich habe übrigens festgestellt, dass diese junge Mädchen Angst haben vom Erwachsen werden. Sie möchten immer ihr Körper als "Kind" sehen als "Erwachsen" (u.A. quälen sie sich damit sie die Regel nicht bekommen, um bloss nicht erwachsen zu sein).

Ob es mit den Eltern zu tun hat oder nicht kann ich nicht sagen. Ich weiss dass viele Töchter von Alkoholischen Vätern Anorexie entwickeln, weil die Mutter sich nur um den Mann kümmert.

Wie bei allen Krankheiten gibt es Ausnahmen und Einflüsse von draussen.

lg,
Dorte

Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 14:26:03
Hallo Papirus,

das spiegelt 100%ig meine Meinung von wegen "schlechter Kindheit". Wie sieht eigentlich eine "gute Kindheit" aus?
Unsere Eltern sind ja wohl Kiegskinder, oder? War ja dann sohl auch eher eine schlechte Kindheit.
Sind wir also von Psychopathen großgezogen worden?

Ich kann das langsam auch nicht mehr hören; sicher gibt es zu berücksichtigende Ausnahmen - wie überall -, aber irgendwann ist auch jeder denkende Mensch für sich und sein Tun selbst verantwortlich.

Da ich das früh genug getan habe, hatte ich wohl eine gute Kindheit

LG, Evelin
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 15:10:44
Zitat:
jeder denkende Mensch für sich und sein Tun selbst verantwortlich


. . .das ist genau das, was meine Frau und ich uns auch immer wieder sagen.

Auch ich (und sicherlich jeder hier von uns) hat irgendwo so seine Probleme (sonst wären wir ja auch nicht hier  ) aber würden wir das auf unsere "schlimme Kindheit" schieben Ich jedenfalls nicht!!!!!
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 15:32:55
Darf ich mich als Aiqum Küken mal äußern?

Also ich selbst hatte Bulimie und weiß heute das es keineswegs durch eine schlechte Kindheit her entstanden ist.

Meine Mutter hat immer alles getan was in ihrer Macht steht das es mir gut geht. Das Problem war eher mein Vater ,  nach der Trennung hatte ich ein besseres Leben. Auch mit der Alkohol Erkrankung meiner Mutter - sie hat mich geprägt aber ich gebe ihr nicht die Schuld.

Bulimisch bin ich geworden weil alles zuviel wurde. Die Pubertät der Druck um meine Figur , speziell von meinem Vater,und noch einiges mehr.

Ich hatte trotz alledem eine gute Kindheit, das einzige ist das sie mich in meinem Verhalten sehr geprägt hat. Aber ICH habe immer noch entschieden eine Bulimie zu entwickeln.

ICH ganz alleine - aus welchen Gründen auch immer - man kann nicht immer den Eltern die Schuld geben!

Wir sind alle nur Menschen , die auch mal Fehler machen 

Lg
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome AIQUM 05.08.2008, 15:45:45
abnehmen auf AIQUM
Das Problem war eher mein Vater, nach der Trennung hatte ich ein besseres Leben.


Kindheit wird natürlich durch beide Elternteile bzw. das Verhältnis der Eltern untereinander und zum Kind geprägt!

LG,
Thomas
Re:Erziehungsstile und gewichtsbezogene Symptome ein Mitglied 05.08.2008, 16:56:02
Ihr Lieben,

ich hatte Thomas' Beitrag auch nicht als Chance gesehen, meinen Eltern für meinen Lebenswandel die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ich denke, so war das auch nicht gemeint. Meine Kindheit war auch gut, trotzdem muss auch ich feststellen, dass Sucht eine große Rolle spielte in unserer Familie.

Es geht mir mehr darum, diesen Beitrag als Mutter zu lesen. Sicher ist mein Einfluss begrenzt, keine Frage, und irgendwann können und werden meine Kinder ihre eigenen Wege gehen und auch Dinge tun, die ich nicht gut finde vermutlich, und schon jetzt übernehmen die Schulkinder mehr und mehr Eigenverantwortung, und das ist auch gut so. Trotzdem denke ich, dass wir unsere Kinder schon sehr prägen, und da ist es doch schön, wenn man hier und da mal was liest oder hört, was eine theoretische Grundlage liefern kann, die man dann selber mit Inhalt füllen kann. Ausserdem weiss ich jetzt, dass mein Erziehungsstil "autoritativ" heisst. 

Trotzdem geht es nicht darum, Eltern die Schuld für das Verhalten ihrer erwachsenen Kinder aufzubürden. Es gibt auch reichlich Kinder, dir werden Faschos, obwohl die Eltern Pazifisten sind. Andererseits gibt es aber auch ganz viele Menschen, die bis ins Erwachsenenalter darunter leiden, dass sie z. B. unerwünscht waren. Und ich denke, solche Zusammenhänge müssen wir akzeptieren, ohne dass daraus Schuldzuweisungen werden. Als Eltern macht man schliesslich immer Fehler.

Und ich find's echt klasse, dass man hier quasi ganz nebenbei noch solche Dinge mitgeliefert bekommt. Nach solchen Studien muss man sonst schon sehr gezielt im Netz suchen, und hier kriegt man das mal eben zum Frühstück 

LG
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12.02.2012, 19:53:24