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Diäten ja oder nein?

Es gibt viele Diätformen, die längst überholt sind. Nicht nur die so genannte Nulldiät ist, laut Experten, ungeeignet für die heimische Frühjahrsentschlackung mit dem ersehnten Langzeiterfolg.
Die klassischen Radikaldiäten, die im Frühjahr die für den Bikini benötigte Traumfigur in möglichst kurzer Zeit herbeizaubern sollen, bringen tatsächlich einen schnellen, aber leider nur kurzfristigen Effekt. Denn die ersten verlorenen Pfunde sind Wasser, welches dem Körper entzogen wird. Danach greift der Körper seine Eiweißdepots an und verringert somit seine Muskelmasse. Die Fettpölsterchen existieren aber weiterhin.
Da die meisten Diäten einseitig und geschmacklich wenig reizvoll sind, gibt sich der Proband mit dem Erreichten schnell zufrieden und nimmt seine alten Essgewohnheiten langsam wieder auf. Mit dem Erfolg, dass der Körper – durch die erlittene Unterversorgung während der Radikaldiät in Alarm versetzt – sich nun eifrig um das Anlegen neuer Fettdepots bemüht. Der klassische JoJo-Effekt greift und Frustration macht sich breit.

Wer die häufig einseitigen Blitzdiäten dennoch länger durchhält, läuft Gefahr, Mangelerscheinungen zu erleiden: Leistungsabfall, Konzentrations- und Stoffwechselstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen können die Folge sein.
Außerdem: Menschen mit der Veranlagung zu Gicht müssen vermehrt mit Gichtanfällen rechnen. Bei Frauen, die unter einem schwachen Kreislauf leiden, wurden häufiger Migräneanfälle beobachtet. Von Crash-Diäten ist also dringend abzuraten, es sei denn, man sieht sie als befristeten Einstieg für eine langfristige Ernährungsumstellung.

Und Vorsicht: Bei Mädchen und jungen Frauen können sich in gescheiterten Crash-Diäten erste Anzeichen von psychosomatischen Essstörungen ankündigen. Dazu zählt die Pubertätsmagersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa). Der Anteil der Betroffenen liegt zurzeit zwischen 5 und 10 Prozent – Tendenz steigend! Der Beginn einer Essstörung liegt meist etwa zwischen dem 14. und 25. Lebensjahr. Hier wird dringend ärztliche und psychologische Hilfe benötigt!

Nach den Erfahrungen mit solchen Radikaldiäten hat in letzter Zeit ein Umdenken stattgefunden, dass sich nicht mehr von den Schlankheitsidealen regieren lassen will und stattdessen die Frage nach dem persönlichen Wohlfühlgewicht stellt. Abgesehen von nüchternen medizinischen Fakten und Daten muss jeder für sich selbst entscheiden, in welcher „Haut“ er stecken möchte.
 

 

 

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04.02.2012, 13:08:33