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künstliche Nahrungsmittel und Allergie

Mögliche Gefahren industriell hergestellter Nahrungsmittel werden meist erst wahrgenommen, wenn Allergien und Unverträglichkeiten auftreten. Heinz Knieriemen nennt einige kurios anmutende Beispielfälle: Importbier, Kartoffelchips, Zitronenkekse.

Vor einiger Zeit warnte das deutsche Bundesgesundheitsblatt vor "unter Umständen lebensbedrohlichen Schockreaktionen", die vor allem von den diffus in vielen Nahrungsmitteln und als Geschmacksverstärker von Snacks und Crackers vorkommenden Soja- und Erdnussproteinen ausgehen. Zu allergischen Reaktionen und allen möglichen Folgen von Unverträglichkeiten kommt es immer dann, wenn Zutaten, Zusatzstoffe oder Hilfsstoffe in großer Zahl und großen Mengen in die Nahrungskette gelangen - dies meist versteckt, häufig sogar undeklariert (Lysozym). Das gilt neben Soja und Erdnuss für industrielle Ei-Erzeugnisse, Milch und Milchzucker, (Gen)Enzyme, synthetische Farben, Aromat und Glutamat, aber auch etwa für Bohnenpulver und Nüsse. Und da in der industriellen Nahrungsmittelproduktion keine Rücksicht auf das Problem von Allergien genommen wird, wird sich die fatale Folgekette immer wieder schließen. Eine mögliche Wirkungsverstärkung von Zusatzstoffen ist kaum untersucht.

So ist beispielsweise bekannt, dass synthetische Farbstoffe zusammen mit dem Konservierungsmittel Benzoesäure ihr allergisches Potential vervielfachen und dass Migräne, Asthma- und Allergieauslöser erst durch Reaktionen und Wirkungsverstärkungen zu einer Gefahr für Menschen werden. In der Literatur (Josef Karl: Neue Therapiekonzepte) wird erwähnt, dass die Halogene Fluor und Jod, die beide in vielfältiger Weise ins Enzymsystem eingreifen, sich gegenseitig beeinflussen. Und doch sind sie gemeinsam im Speisesalz vertreten.
Allergien-Beispiele
Bei einem Bekannten von mir löste ein Glas Bier starkes Nesselfieber aus. Der Grund dafür wurde nach akribischer Suche schließlich gefunden: Das asiatische Importbier enthielt das Konservierungsmittel Benzoesäure - neuestens auch bei uns wieder für die Getränkekonservierung zugelassen -, das für das Auslösen solcher Reaktionen bekannt ist.

Sisyphusarbeit musste auch ein Lehrer leisten, um den Ursachen eines schweren Hautekzems auf der Innenseite seines Armes auf den Grund zu kommen. In Sensibilitätstests wurde herausgefunden, dass er auf Polychlorierte Biphenyle (PCB) reagierte, jene längst verbotenen Chemikalien, die u.a. als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt wurden. Die Suche endete schließlich am Kaffeeautomaten der Schule. Der Lehrer reagierte auf die im Plastikbecher enthaltenen Nachfolgeprodukte des Weichmachers PCB, die allgemein als gesundheitlich unbedenklich gelten.

Die Zeitschrift "PulsTip" berichtete von einem Fall, der sich in einem Zürcher Kino abgespielt hatte: Ein achtjähriger Knabe knabberte an seinen Kartoffelchips. Plötzlich lief er rot an und rang nach Luft. Die Diagnose im Spital: anaphylaktischer Schock, eine lebensbedrohliche Form der allergischen Reaktion. Der Auslöser: undeklariertes Bohnenmehl, wie Erdnussbestandteile mittlerweile deklarationspflichtig. Von einem anderen für die industrielle Nahrungsmittelproduktion und ihre Gefahren typischen Fall berichtet der Saarländer Allergologe Friedrich Karl Steurich. Ein dreijähriges Mädchen litt an einer Fischallergie. Beim Knabbern eines Zitronenplätzchens schwollen binnen Sekunden die Schleimhäute an, und wenige Minuten später hatte das Kind Nesselfieber am ganzen Körper. Wie war die Reaktion der Fischallergikerin zu erklären? Das Gebäck enthielt zwar keinen Fisch, aber "Vollei". Industrielle Ei-Erzeugnisse sind als häufige Auslöser von Allergien bekannt. Da der Geschmack völlig neutralisiert werden kann, werden immer noch viele Hennen mit Fischmehl gefüttert. Das Fisch-Allergen gelangt über das Ei ins Gebäck und wird auch nicht durch das Erhitzen beim Backen zerstört. Hier zeigt sich sehr eindrücklich die fatale Folgekette, durch die Gefahren von Allergien immer größer werden.

Hilfe kommt aus den USA. Dort beginnt es zu dämmern, dass übertriebene Sterilität und Reinlichkeitsdrang für die schlechte Abwehrbereitschaft von Kindern gegen Allergien und Infektionen verantwortlich sind. Abhilfe sollen "Mud pills", Plastikkapseln mit Dreck und Schmutz in mineralischer Form, schaffen.



 

 

 

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07.12.2021, 22:48:52