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Übergewicht steigt in den Industrieländern an

Die letzten Meldungen in medizinischen Fachjournalen haben uns erneut vor Augen geführt, dass wir immer mehr an Gewicht zulegen. Die USA, so hat man gelesen, hat zur Zeit den höchsten Anteil an Übergewichtigen in der westlichen Welt: mehr als 60% der Erwachsenen und 13% der Kinder sind bereits entweder als übergewichtig oder schon als adipös (stark übergewichtig ) einzustufen.
Aber die USA bleiben hier nicht alleine im Spitzenfeld; Prognosen für die nächsten 5 Jahre prophezeihen z.B. Deutschland einen Gesamtanteil von 71%, Spanien und Niederlanden von je 69%, Schweden von 60% und Italien von 59%.
Schon liegen auch die ersten medizinischen Berichte über Jugendliche mit Typ II -Diabetes vor, einer Krankheit, die man früher als "Alterszuckerkrankheit" bezeichnet hat - "Bereits die Kinder essen sich schon krank", derart schlägt man Alarm !
Wir essen zu viel, zu fett, zu süß - und werden schließlich krank !
Das Ausmaß aller Konsequenzen dieser Entwicklung für unsere Gesundheit ist schwer kalkulierbar. Die Mechanismen für die Enstehung des Übergewichtes in unserer Gesellschaft sind komplex, können jedoch im Endeffekt auf den einfachen Nenner "zu viel, zu fett, zu süss" gebracht werden.
Übergewicht kann so viele Krankheiten verursachen und mitverursachen, daß wir mehrere Kapitel und Artikel brauchen würden, um all diese Krankheiten - und was wir dagegen tun können - im Detail zu besprechen. (Mehr dazu finden Sie z.B. in den Gesundheitszentren "Übergewicht", "Herz- Kreislauf", "Gesunde Ernährung"). Die wesentlichsten sind jedoch Gefäßverkalkung (Atherosklerose) mit ihren Folgen (Herzinfarkt, Schlaganfall, etc). Diabetes Typ II, Krebserkrankungen (z.B. Dickdarm), eingeschränkte Beweglichkeit und Gelenksprobleme.
Jeder Übergewichtige muß leider davon ausgehen, dass er in jedem Lebensalter häufiger den Arzt konsultieren muß als ein Normalgewichtiger, wobei dieser Unterschied mit zunehmendem Alter immer größer wird.
Eine Langzeitbeobachtung an Männern, die in Gesundheitsberufen arbeiten, wie z.B. Ärzte, Apotheker und Zahnärzte, hat zum Beispiel ergeben, dass bei all jenen, die unserem westlichen Lebensstil besonders frönen und Übergewicht haben, ein 11 - faches Risiko für Typ II Diabetes besteht !
Fettverteilung am Körper und "Body Mass Index"
Besonderes Risiko im Herz-Kreislaufbereich, für das gefährliche "Metabolische Syndrom", und den Typ II-Diabetes haben jene mit der sogenannten "androiden" (der "männlichen") Fettverteilung um den Bauch bei Übergewicht, auch "Apfeltyp" genannt. Vor kurzem wurde eine finnische Studie, die an Männern durchgeführt wurde, veröffentlicht. Sie hat erneut gezeigt, dass diese Form der Fettverteilung ein deutliches Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, das metabolische Syndrom und Diabetes II mit sich bringt.
Man kann diese Fettverteilung ganz leicht messen: der Taillenumfang von 102 cm bei Männern bzw 88 cm bei Frauen sollte nicht überschritten werden !
Welches ist nun die sinnvollste und richtige medizinische Vorgangsweise um dem Übergewicht "Herr" zu werden ?
Hier gibt es eindeutige Empfehlungen und einen Wegweiser, an dem wir uns orientieren können:
Das geeignetste Vorgehen hängt immer vom Ausmaß des Übergewichtes ab,- dem "Body Mass Index" - (siehe Link am Fuß der Seite), sowie von den im Einzelfall bestehendenden Risikofaktoren und einer eventuell vorhandenen medikamentösen Therapie.
Was sie bei Übergewicht tun können
Grundsätzlich kommen folgende therapeutische Maßnahmen infrage: an erster Stelle eine schrittweise Verhaltensänderung mit gesunder, kalorien- und fettreduzierter Ernährung, natürlich verbunden mit mehr Bewegung, dann auch Medikamente sowie schließlich als letzte Konsequenz chirurgische Maßnahmen.
Das "National Institute of Health" empfiehlt auf Basis der heute vorliegenden wissenschaftlichen Beweise folgende Maßnahmen:
Bei starkem Übergewicht (Adipositas, BMI gleich bzw. über 30kg/m2), bzw. BMI 25-29,9 und 2 oder mehr als 2 Risikofaktoren (z.B. erhöhtes Cholesterin, Rauchen), bzw. bei einem Taillenumfang von Frauen über 88 cm, von Männern über 102 cm und 2 oder mehr vorhandenen Risikofaktoren :
Gemeinsames Festlegen eines Therapiezieles und einer Strategie zur Erreichung dieses Zieles durch Arzt und Patient.
Das Ziel ist die 10% - ige Reduktion des Körpergewichtes, ausgehend von dem Gewicht am Anfang der Therapie. Man soll dabei nicht mehr als 0,5 - 1 kg (1-2 lb) pro Woche abnehmen, das aber 6 Monate lang.
Abhängig vom Ausgangs-BMI und den vorhandenen Risikofaktoren gibt es zur Erreichung dieses Zieles wieder verschiedene Optionen.
Option 1: Bei einem BMI von 25-29,9 und 2 oder mehr Risikofaktoren oder "nur" einem BMI von 30 und mehr - stehen Lebensstiländerungen ganz im Vordergrund Das heißt konkret pro Tag im Vergleich zu vorher um 500 - 1000 kcal weniger Nahrung und maximal 30% der täglichen Gesamtenergiezufuhr durch Fett.
Zusätzlich (anfangs moderate) Bewegung von 30-45 Minuten, mindestens 3-5 mal in der Woche, vorzugsweise aber jeden Tag.
Wichtig dabei ist, daß eine langfristige Verhaltensänderung herbeigeführt wird, die der Arzt mit dem Patienten durch Verhaltenstherapie oder Verhaltensmodifikation erreichen kann.
Option 2: Eine Therapie mit Medikamenten kann sinnvoll sein, wenn der BMI 27 oder höher ist und 2 oder mehr Risikofaktoren vorliegen, oder auch "nur" bei einem BMI von über 30 ohne zusätzliche Risikofaktoren.
Die medikamentöse Therapie hat aber nur Sinn, wenn sie zusätzlich und begleitend zu den Lebensstiländerungen eingesetzt wird. Sie soll nur dann überlegt werden, wenn der Patient das geplante halbe Kilo (1 lb) Gewichtsverlust pro Woche über 6 Monate durch Lebensstiländerungen nicht erreicht hat.
Zur Zeit sind mehrere Medikamente zur Therapie des Übergewichtes im Einsatz, die man, bezogen auf ihre Wirkungsmechanismen, in zwei Gruppen einteilen kann, nämlich in die Gruppe der Appetitzügler - die rascher ein Sättigungsgefühl herbeiführen, und in die Gruppe von Substanzen, die eine Aufnahme von Nährstoffen, zum Beispiel von Fett, im Darm hemmen. Erprobt werden zur Zeit auch Medikamente, die den Energieverbrauch des Körpers steigern. Bei allen diesen Medikamenten kann es auch zu Nebenwirkungen und Veränderungen im Stoffwechselhaushalt des Körpers kommen. Daher sollte insbesondere auch die Einnahme von Medkamenten zur Therapie des Übergewichtes immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Option 3: Bei einem BMI von höher als 35 oder mehr und zusätzlichen 2 oder mehr Risikofaktoren oder einem BMI über 40 kg/m2 kann eine chirurgische Intervention überlegt werden, vor allem, wenn alle anderen Maßnahmen versagt haben - die sogenannte "Gastroplastik". Bei dieser wird durch eine starke Verkleinerung des Magenvolumens die Einnahme größerer Nahrungsmengen unmöglich gemacht und auch ein rascheres Sättigungsgefühl erreicht. Durch eine teilweise Ausschaltung des Dünndarms bei der sogenannten "Gastric Bypass-Methode" kann zudem auch die Nährstoffaufnahme im Darm etwas vermindert werden. Patienten mit solchen chirurgischen Maßnahmen benötigen dann lebenslange medizinische Kontrollen.
"Vorbeugen ist besser als Heilen" !
Das beste ist natürlich, es gar nicht zum Übergewicht kommen zu lassen - schließlich sind die Therapie und der Abbau des Übergewichtes viel schwieriger als es vorher gewesen wäre, die überflüssigen Pfunde zu verhindern !
Die oben beschriebenen Optionen für eine Therapie zeigen aber auch, dass die Behandlung des Übergewichtes in professionelle Hände gehört, vor allem, wenn bereits Risikofaktoren bestehen oder bereits hochgradiges Übergewicht vorliegt. Nur so kann für den Patienten die optimale Strategie gefunden werden.
Übrigens haben Männer, die ihre Kilos besonders in der Bauchregion abgelagert haben, gegenüber den Frauen den Vorteil, dass sie leichter abnehmen und ihre "Schwimmreifen" auch relativ rasch wieder verlieren können, wenn Sie sich etwas darum bemühen !
In jedem Fall lohnt es sich für Ihre Gesundheit nicht nur erstaunlich schnell, sondern vor allem auch langfristig, wenn Sie beginnen, etwas mehr auf Ihr Gewicht zu achten !
 

 

 

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18.09.2021, 03:33:37